Wasserfonds: Das sollten Anleger wissen

Wasser ist in unserem Alltag etwas, über das wir kaum nachdenken. Für die meisten kommt Wasser aus dem Wasserhahn.  Wir befinden uns also an einem Punkt, an dem die Nachfrage nach Wasser steigt, während die Verfügbarkeit sinkt. Ideal, um Wasser als ein lohnendes Investment in Form von „Wasserfonds“ zu entdecken.

Wasserfonds: Investition in unsere Lebensgrundlage?

Wenig kreativ, aber doch äußerst treffend benannt, investieren Wasserfonds in diese lebenswichtige Grundlage. Anleger können durch die Wasserfonds in dieses hart umkämpfte und chancenreiche Marktsegment investieren. Die Fonds arbeiten mit einem gemischten Portfolio aus Unternehmen, die im Bereich von Wasser tätig sind:

  • Wasserverarbeitung
  • Wasserentsorgung
  • Wasseraufbereitung

Hinweis
Eine Investition in Wasserfonds ist häufig für Anleger interessant, für die der Punkt Nachhaltigkeit wichtig ist. Hier ist allerdings darauf zu achten, ein Portfolio mit Unternehmen zu wählen, die auch in diesem Bereich aktiv sind. Unternehmen wie Coca-Cola oder Nestle stehen häufig in der Kritik für den Umgang mit Wasser in Trockengebieten. Darüber hinaus vertreiben sie Wasser in Plastikflaschen, was eine hohe Umweltbelastung darstellt.

Wasserfonds: In Wasserunternehmen investieren

Wasserfonds sind in der Regel klassische Aktienfonds. Sie sind in der Form von offenen Investmentfonds für Anleger aller Klassen zugänglich. Darüber hinaus finden sich auch vielzählige geschlossene Fonds. Diese sind oft projektbezogen aufgebaut.

Es ist oft zu sehen, dass die offenen Fonds aktiv gemanagt sind. Dies bedeutet, dass durch das Kaufen und Verkaufen von Wertpapieren unentwegt Bewegung in den Fonds stattfindet. Recht neu sind die EFT- und Index-Fonds. Diese werden unter anderem den Wasser-Indizes nachgebaut. Global gesehen, gibt es mehrere Wasser-Indices.

 Der World Water Index (WOWAX) berücksichtigt die weltweit zwanzig größten Unternehmen, die im Bereich von Wasser tätig sind.(#01)

Der World Water Index (WOWAX) berücksichtigt die weltweit zwanzig größten Unternehmen, die im Bereich von Wasser tätig sind.(#01)

Wasserfonds-Index: Kurz erklärt

Es gibt Indices für alle Branchen. Sie berücksichtigen die Börsenperformance einer bestimmten Anzahl der umsatzstärksten Unternehmen aus einer Branche oder Region. Bei der Bildung des Index wird ein Grundwert festgelegt, zum Beispiel 1000. Im Laufe der Zeit lässt sich im Vergleich zum Ausgangswert erkennen, wie die Unternehmen innerhalb der Branche an der Börse dastehen.

Über die ETF-Investitionen ist es möglich, in eine Vielzahl von Aktien aus dem Wasserbereich zu investieren. Dabei sind die geringen Kosten dieser Fonds ein klarer Vorteil. Die Fonds werden direkt an der Börse gehandelt, was eine lange Kette von Gebühren aus der Kostenberechnung nimmt. Die einzigen Kosten, die hier tatsächlich anfallen, sind Transaktionskosten und die Kosten für die eigene Depotführung. Die Depotkosten werden dabei durch die Gebührenstruktur des Brokers bestimmt.

Welche Wasserfonds können überzeugen?

Der deutsche Markt ist aktuell noch nicht mit den Wasserfonds überlaufen, aber es gibt bereits eine gute Auswahl für interessierte Anleger. Diese Fonds setzen sich zum Großteil aus Wasseraktien zusammen. Hinzu kommen allerdings Angebote, die nicht nur Wasseraktien, sondern auch Aktien aus anderen Bereichen des Umweltschutzes bieten.

Generell versprechen beide Bereiche eine gute Aussicht auf stabile Renditen. Der globale Markt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten immer stärker in die Richtung der nachhaltigen Unternehmen bewegt. Selbst Rückschläge wie die Entscheidungen der Trump-Regierung in Sachen Klimaschutz können diesen Aufwärtstrend nicht stoppen. Aber nicht jeder Wasserfonds ist automatisch ein garantierter Gewinn. Bei der Wahl ist es daher wichtig, sich die einzelnen Investitionen genau anzusehen.

Geschlossene Wasserfonds mit starken Renditen

Ein geschlossener Fonds arbeitet mit Langzeitinvestitionen. Diese Art der Investition wird natürlich auch für die Wasserfonds angeboten. Die Anlagedauer kann dabei bis zu zehn Jahre und mehr betragen. Die Fonds sind projektbezogen gestaltet. Sie investieren zum Beispiel in den Bau einer neuen Kläranlage oder eines Wasserwerkes.

Anleger können sich bei solchen Projekten nicht selten über nennenswerte Renditen von über 10 % freuen. Mit Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre ist zu sehen, dass nahezu alle großen Fonds gute Renditen erwirtschaften. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Wasserfonds in allen Formen von Wirtschaftsmagazinen angepriesen werden.

Sie investieren zum Beispiel in den Bau einer neuen Kläranlage oder eines Wasserwerkes.(#02)

Sie investieren zum Beispiel in den Bau einer neuen Kläranlage oder eines Wasserwerkes.(#02)

Wasserfonds vergleichen, um die besten Renditen zu sichern

Nicht jeder Wasserfonds kann allerdings mit den gleichen Leistungen überzeugen. Möchten Anleger den passenden Fonds finden, ist ein Vergleich wichtig. Bei einem Vergleich wird schnell deutlich, dass es ein paar Wertpapiere gibt, die in nahezu jedem Fonds zu finden sind. Die folgenden Beispiele gehören ohne Frage dazu:

  • United Utilities
  • Geberit
  • RWE

United Utilities ist ein britischer Wasserversorger. Das Unternehmen Geberit stammt aus der Schweiz. Es ist global vertreten und im Bereich der Sanitärsysteme tätig. Die RWE ist ein deutscher Wasserversorger. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von weiteren Unternehmen, die auch im Word Water Index zu finden sind.

Welche Erwartungen stellen wir an die Wasserfonds?

Eine langfristige Investition lohnt sich natürlich nur dann, wenn Anleger sich auch in Zukunft auf gute Renditen freuen können. Der Bereich der Wasser-Fonds ist dabei extrem vielversprechend. Statistiker und Wissenschaftler gehen davon aus, dass bereits zur Mitte des Jahrhunderts mehr als 39 % der Weltbevölkerung in Regionen mit Wasserknappheit leben werden.

Im Vergleich zu heutigen Standards, wird der Trinkwasserbedarf um mehr als 50 % ansteigen. Dies sowohl aufgrund von wachsenden Bevölkerungszahlen, als auch aufgrund der Ausbreitung von urbanen Regionen. Im Bereich des Nutzwassers wird ein Anstieg von 19 % erwartet, der für die Agrarproduktion allein notwendig wird.

Im Vergleich zu heutigen Standards, wird der Trinkwasserbedarf um mehr als 50 % ansteigen. (#03)

Im Vergleich zu heutigen Standards, wird der Trinkwasserbedarf um mehr als 50 % ansteigen. (#03)

Welche Fondsstrategie ist für Wasserfonds besonders ratsam?

Aktiv gemanagte Fonds arbeiten nach diversen Strategien. Welche dabei die beste ist, hängt von vielen Faktoren ab. Global gibt es eine Reihe von Strategien, die immer wieder auftauchen. Dazu gehören die ereignisorientierten Strategien, marktneutralen Strategien und opportunistische Anlagestrategien. Auch bei Wasserfonds kommen alle drei Varianten zum Einsatz. Besonders häufig sind hier allerdings die opportunistischen Strategien zu finden. Diese lassen sich in vier Unterstrategien aufteilen:

  • Global Macro
  • Dedicated Short Bias
  • Long/Short Equity
  • Emerging Markets

Die Global Macro Strategie legt den Fokus auf globale Trends innerhalb der Assetklasse. Durch eingehende Datenanalysen und eine Reihe von Vorhersagemodellen, werden bestimmte Marktbewegungen prognostiziert.

  • Wird es eine Privatisierung von Wasser geben?
  • Welche neuen Methoden für die Wasseraufbereitung können sich durchsetzen?
  • Wird es politische Entscheidungen geben, welche die staatliche Unterstützung des Wassersektors betreffen?

Anhand der Vorhersagen wird dann analysiert, in welche Richtung der Kurs der Aktien gehen wird. Wird ein globaler Trend frühzeitig erkannt, ist der Fondsmanager in der Lage, Aktien rechtzeitig zu kaufen oder abzustoßen.

Ebenfalls eine opportunistische Anlagestrategie ist die Dedicated Short Bias Strategie. Hier betrachten Fondsmanager einzelne Wertpapiere und die Unternehmen.

  • Wie ist die allgemeine Stimmung der Anleger?
  • Was ist in Zukunft von der Aktie zu erwarten?

Stellt der Manager fest, dass die Aktien überbewertet sind, werden diese im Leerverkauf abgestoßen. Eine ähnliche Vorgehensweise nutzt die Long/Short Equity Strategie. Fehlerhaft bewertete Aktien werden abgestoßen bzw. im großen Stil aufgekauft. Ein Nachteil dieser Strategie ist es, dass der Fondsmanager enorm viel Erfahrung mit sich bringen muss, um hier eine informierte Entscheidung treffen zu können. Gute Fondsmanager in diesem Bereich sind daher nicht immer leicht zu finden.

Für die Wasserfonds allerdings besonders relevant sind die Emerging Markets Strategien. Diese konzentrieren sich auf Investitionen in Schwellenländern. Die Portfolios enthalten also neben den üblichen Verdächtigen aus den erfolgreichen Wasser-Indices auch Wertpapiere aus Ländern, die im Bereich des Wassersektors frisch Fuß gefasst haben. Der Ausbau von Infrastruktur und die steigende Nachfrage nach frischem Trinkwasser in diesen Ländern macht diese Investitionen besonders interessant.

Fazit: Wasserfonds haben Zukunft

Es ist eine unbestrittene Tatsache, dass die Weltbevölkerung in den kommenden Jahrzehnten exponentiell wachsen wird. Dieses Wachstum bringt neue Herausforderungen an die globale Wasserversorgung mit sich. Darüber hinaus ist auch der Klimawandel ein Thema, das nicht nur die großen Industrienationen beschäftigt. Es ist also davon auszugehen, dass Unternehmen aus den Bereichen Wasser, Nachhaltigkeit und Umweltschutz eine zentrale Rolle auf den Finanzmärkten der Zukunft spielen.

Anleger können mit der Investition in Wasserfonds nicht nur hohe Renditechancen nutzen, sondern gleichzeitig auch aktiv dazu beitragen, eine bessere Zukunft zu gestalten. Wichtig ist es dabei natürlich, auf Fonds zu setzen, die in die richtige Richtung arbeiten.

Ob ein geschlossener oder offener Fonds die bessere Wahl ist, hängt von den individuellen Investitionszielen der Anleger ab. Schnelle Renditen lassen sich nicht mit geschlossenen Fonds und Langzeitinvestitionen erzielen. Engagierte Anleger, die gerne ihr aktuelles Depot auffrischen, sollten sich daher unter den offenen Angeboten umschauen. Geschlossene Fonds, die auf projektbezogene Langzeitinvestitionen setzen, sind allerdings eine gute Wahl für Anleger, die auf sichere und gute Jahresrenditen setzen.

Anleger können mit der Investition in Wasserfonds nicht nur hohe Renditechancen nutzen, sondern gleichzeitig auch aktiv dazu beitragen, eine bessere Zukunft zu gestalten.(#04)

Anleger können mit der Investition in Wasserfonds nicht nur hohe Renditechancen nutzen, sondern gleichzeitig auch aktiv dazu beitragen, eine bessere Zukunft zu gestalten.(#04)

Die Vorteile von Wasserfonds in der Übersicht

  • Aktienfonds, die in den Wassersektor investieren, sind gewinnversprechend. Sie eignen sich dabei sowohl für langfristige Anlagen, als auch kurzzeitige Investitionen.
  • Die Auswahl für gute Fonds ist zwar aktuell noch überschaubar, wächst aber stetig.
  • Ein gut gemanagter Wasserfonds kann mit Jahresrenditen von bis zu 14 % überzeugen.

Bildnachweis:© Shutterstock – Titelbild:Riccardo Mayer – #01:Matej Kotula – #02:Porntep Naprasert – #03:Sadik Gulec – #04:Darren J. Bradley

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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