Absolute Return: Börsenwissen Hedgefond

Es gibt eine Reihe von Begriffen, die man immer wieder hört, aber kaum jemand ist in der Lage, diese klar zu definieren. „Absolute Return“ ist ohne Frage ein solcher Begriff. Ein Grund dafür ist, dass die detaillierte Definition von Fondsgesellschaft zu Fondsgesellschaft variiert. Dennoch lässt sich sagen, dass die Grundaussage immer die gleiche ist.

Relative Return und Absolute Return?

Um zu verstehen, was es mit einem Absolute Return auf sich hat, ist es wichtig zu verstehen, was der Relative Return ist – denn dabei handelt es sich um den klassischen Ansatz für einen Investmentfonds. Investmentfonds werden häufig einem Vergleichsindex nachgebildet. Dabei kann es sich zum Beispiel um erfolgreiche Fondsportfolios an der deutschen Börse handeln. Anhand der verwendeten Indexfonds werden konkrete Benchmarks für die zu erwartende Leistung des Fonds festgelegt. Wird diese Leistung übertroffen, wird dieser Erfolg der hohen Qualität des Fondsmanagements zugeschrieben. Das Problem in diesem Fall ist aber, dass diese Benchmark auch in den roten Zahlen liegen kann.

Solange die Fondsentwicklung also im Vergleich zur Benchmark positiv ausfällt, wird der Fonds als erfolgreich betrachtet. Der Grundgedanke dahinter geht von der Annahme aus, dass es sich hier um Langzeitinvestitionen handelt. Allgemein wird auf lange Sicht mit einer positiven Werteentwicklung gerechnet. Tritt dies ein, dann bringt der Relative Return in jedem Fall eine Rendite – vor allem für starke Fondsbestandteile.

Video: Absolute Return Fonds

Was bedeutet Absolute Return?

Wie zu vermuten, bezieht sich der Begriff Absolute Return auf eine positive Kursentwicklung innerhalb der schwarzen Zahlen. Das Anlageziel ist es, dass nach Beendigung des Anlagezeitraums der Fonds im Minimum glatt auf Null steht. Dabei ist das Ziel nicht ausschließlich von der tatsächlichen Marktsituation abhängig. Um die Null-Strategie unter allen Umständen umsetzen zu können, kommen spezielle Anlagekonstruktionen zum Einsatz. Unter anderem bieten die sogenannten Futures und Optionen einen Weg, um das Anlageziel zu sichern; und das unabhängig vom Kurs.

Hinweis
Dies bedeutet jedoch nicht, dass ein Absolute-Return-Fonds zu 100 % vor Verlusten schützt. Es ist möglich, einen Fonds mit Absolute Return zu sehen, der sich im Minus befindet. Eine Ausnahme machen Garantiefonds.

Wie funktionieren Absolute Return Fonds?

An der deutschen Börse sind die Fonds auch mit der Bezeichnung „Absolute Rendite“ bekannt – einen Unterschied gibt es hier allerdings nicht. Die Fonds, die einen Absolute Return versprechen setzten generell auf eine breite Masse von Strategien. Welche diese im Detail sind, das hängt stark vom Fondsmanagement ab. Die Volatilität der Fonds ist in der Regel sehr niedrig und sie liefern nahezu immer eine Rendite, auch bei schlechten Marktbedingungen.

Die Fonds werden häufig mit Strategien angeboten, die stark an Hedge-Fonds erinnern. Allerdings gibt es einen nennenswerten Unterschied zum klassischen Hedge-Fonds: Die Fonds mit der Absolute-Return-Strategie arbeiten oft mit Short-Positionen und sie nutzen Derivate, um die erwünschten Renditen zu sichern. Sie werden jedoch als ein Einzelhandelsfonds gehandhabt und unterliegen entsprechenden Vorgaben. Dies bedeutet, dass sie weder illiquide Vermögenswerte halten können, noch können sie Geldanleihen nutzen.

Es gibt eine Reihe von Begriffen, die man immer wieder hört, aber kaum jemand ist in der Lage, diese klar zu definieren. „Absolute Return“ ist ohne Frage ein solcher Begriff. Ein Grund dafür ist, dass die detaillierte Definition von Fondsgesellschaft zu Fondsgesellschaft variiert. (#01)

Es gibt eine Reihe von Begriffen, die man immer wieder hört, aber kaum jemand ist in der Lage, diese klar zu definieren. „Absolute Return“ ist ohne Frage ein solcher Begriff. Ein Grund dafür ist, dass die detaillierte Definition von Fondsgesellschaft zu Fondsgesellschaft variiert. (#01)

Absolute Return Fonds an der Börse

Derzeit ist es nicht leicht, als Investmentfondsmanager Fuß zu fassen. Einer der nennenswertesten Börsenstürze seit Generationen hat vor ein paar Jahren zum Beispiel die Anleger des US-amerikanischen Marktes dazu bewegt, Aktienfonds im Wert von mehr als 150 Milliarden Doller aus der Börse zu nehmen. Ähnliche Entwicklungen waren weltweit sichtbar. Eine Lösung musste her – schnell und effizient.

Wie aber die Anleger davon überzeugen, dass ihr Geld an der Börse in sicheren Händen ist? Ein spekulatives Medium ist schließlich im Grunde darauf aufgebaut, dass es eben nicht sicher ist. Die Antwort lag für Fondsmanager und Anleger in den Absolute-Return-Fonds. Die Angebote häufen sich täglich und Anleger finden unzählige Möglichkeiten, um auf die Fonds zuzugreifen.

Die Anlageklasse der Total Return Fonds ist in den vergangenen Jahren so stark gewachsen wie keine andere. Dies liegt vor allem an dem klaren Versprechen, dass es sich hier quasi um eine verlustfreie Börsenspekulation handelt.

Video: Anlagestrategien in Zeiten niedriger Zinsen – Welche Alternative bieten Absolute Return Fonds?

Welche Renditen bringen die Fonds mit dem Absolute Return?

Auf den ersten Blick klingt es für viele zu gut, um wahr zu sein. Und auf den zweiten Blick entpuppen sich immer mehr dieser vermeintlichen Wunder-Fonds als weniger überzeugend.

Die Botschaft der Anbieter ist immer gleich:

  • Stabile Renditen
  • Returns liegen immer im Positiven
  • Ideal für mittelfristige und langfristige Anlagen

Die stabilen Renditen sind möglich, weil kurzweilige Verluste unmittelbar durch eine Reihe von Finanzinstrumenten abgefangen werden. Kommt es also zu einem Kurseinbruch, wird das verlorene Kapital ausgeglichen. Dies sichert eine stetige Rendite. Aber auf welche Kosten geht diese stabile Rendite? Die Ironie in diesem Fall ist es, dass es auf Kosten eben der Rendite geht. Denn um die gesonderten Sicherungsinstrumente aufrechtzuerhalten, leiden die Renditen im gesamten. Im Vergleich zu einem klassischen Fonds, ohne Sicherung, sind die Renditen per annum nennenswert geringer – obwohl es zu keinem Zeitpunkt zu Verlusten kommt.

Auch für diese Art der Fonds ist es nicht leicht, eine klare Aussage zu treffen. Obwohl die Versprechen der Fondsmanager groß sind, sind die Absolute Return Fonds kein Wundermittel. (#02)

Auch für diese Art der Fonds ist es nicht leicht, eine klare Aussage zu treffen. Obwohl die Versprechen der Fondsmanager groß sind, sind die Absolute Return Fonds kein Wundermittel. (#02)

Absolute-Return-Fonds als alternative Investition

Die Fonds werden an der Börse zu den sogenannten alternativen Investmentfonds gezählt. Sie setzen sich in der Strategie deutlich von den klassischen Varianten ab.

Die Zusammensetzung der Produkte kann sehr unterschiedlich ausfallen:

  • Anleihen
  • Rohstoffe
  • Immoblilien
  • Währungen
  • Und vieles mehr

Exkurs

Der Begriff der alternativen Fonds ist immer häufiger auf dem Parkett zu hören und im Newsletter von Börsenmagazinen zu lesen. Der Absolute Return wird oft mit großer Vorsicht behandelt. Dies liegt unter anderem daran, dass die Anleger den Begriff leicht falsch verstehen können – denn es ist natürlich nicht möglich, immer und in jeder Marktlage eine gute Rendite zu sichern.

Warum sind Return-Fonds und andere alternative Investmentmöglichkeiten so beliebt?

Die Antwort auf diese Frage ist deutlich: In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Anleger immer weniger bereit sind, die hohen Risiken der Börse zu akzeptieren. Sichere Anlagestrategien können daher Anleger aller Klassen begeistern. Nervöse Anleger finden in Langzeitanlagen, die ausschließlich mit einer steigenden Rendite arbeiten ein Produkt, das ihnen Sicherheit gewährt. Viele sind im Gegenzug für das minimierte Risiko bereit, eine geringere Rendite in Kauf zu nehmen.

Video: Absolute-Return-Strategien: Gewinne in jeder Börsenlage

Absolut-Return-Fonds sind die beste Wahl?

Auch für diese Art der Fonds ist es nicht leicht, eine klare Aussage zu treffen. Obwohl die Versprechen der Fondsmanager groß sind, sind die Absolute Return Fonds kein Wundermittel.

Es gelten die gleichen Faktoren für eine kraftvolle Entwicklung, wie für klassische Fonds auch:

  • Stabile Wirtschaftslage
  • Politische Sicherheit
  • Globale Finanzstabilität

Fazit: Ein Absolut-Return-Fonds ist ein interessantes Finanzprodukt, das sich durchaus dafür eignet, um eine interessante Diversifizierung für das eigene Investment-Depot zu schaffen. Ein guter Fonds ist in der Lage, mit stabilen Renditen zu überzeugen, selbst in kritischen Börsenzeiten.

Anleger müssen entscheiden, was wichtiger ist – soll die Investition an eine gewisse Absicherung gekoppelt sein? Oder spielt eine gute Rendite eine wichtigere Rolle? Beides gleichzeitig zu genießen, das ist leider nicht möglich. Ein gutes Depot spiegelt die finanziellen Interessen des Anlegers perfekt wieder. Die passende Mischung aus Renditechancen und Sicherheit muss daher individuell bestimmt werden.

Abschließender Tipp: Die Alternative zur Alternative

Ambitionierte Anleger sollten ihr Portfolio betrachten und herausfiltern, welche Vermögenswerte über eine Langzeitinvestition von bis zu 30 Jahren gebunden werden können. Weitere Investitionen auf diverse Finanzprodukte wie Low-Cost-Anleihen oder Exchange-Traded-Funds verteilen. Wer sich dieser Herausforderung nicht stellen möchte, der setzt auf die klassischen, bewährten Fonds, die im Newsletter der Management-Magazine immer wieder angepriesen werden und lässt seine Finanzen für sich arbeiten.


BIldnachweis:©Shutterstock-Titelbild: wsf-s -#01:  Phongphan -#02:   Phongphan

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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