Strom aus der Wüste verbindet Europa mit der Arabischen Welt
"Auf Basis von Respekt, Partnerschaft und Zusammenarbeit kann ein für alle Seiten nutzbringendes Zeitalter der nachhaltigen Energieversorgung beginnen. Nun wollen wir zeigen, wie die Desertec-Vision der Stromversorgung aus Erneuerbaren Energien für Nordafrika, den Nahen und Mittleren Osten und Europa partnerschaftlich in konkrete, umsetzbare Schritte und Projekte zu überführt werden kann", sagte Dii-CEO Paul van Son heute anlässlich der ersten Dii-Jahreskonferenz in Barcelona.
Rund 300 Teilnehmer aus den arabischen Ländern und Europa nutzen die erste Dii-Jahreskonferenz heute und morgen als umfassende Bestandsaufnahme zum Thema Strom aus der Wüste. Die Anwesenheit von Regierungs- und Unternehmensrepräsentanten aus potenziellen Stromerzeugungsländern wie Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen und Ägypten belegt das starke Interesse in Nordafrika an den Erneuerbaren Energien. Auf der Konferenz, die EU-Energiekommissar Günther Oettinger eröffnete, werden alle wesentlichen Aspekte der Desertec-Vision adressiert:
- Stromerzeugung in Wüsten: An welchen Standorten kann in Wüstenregionen mit welcher Technologie und zu welchen Kosten Strom aus Sonne und Wind erzeugt werden? Dies sind die Schlüsselfragen im Bereich der Stromerzeugung (Power Generation), die internationale Experten aus Wirtschaft und Forschung diskutieren. Auf Basis geowissenschaftlicher Analysen müssen die in Frage kommenden Standorte gefunden, die bestgeeigneten Technologien, etwa Solarthermie oder Photovoltaik, identifiziert und die zu erwartenden Stromgestehungskosten errechnet werden. Auch die Möglichkeiten zur Kostensenkung bei der Stromerzeugung sind hier ein wichtiger Baustein.
- Stromübertragung zu lokalen und weit entfernten Verbrauchszentren: Auch bei den Fragen des Stromtransport von den Erzeugungsstandorten zu den Verbrauchszentrum sind viele technische wie auch ökonomische Aspekte zu klären. Existierende Stromnetze müssen auf ihre Zukunftsfähigkeit hin untersucht, Engpässe identifiziert und die optimalen Übertragungstechnologien ausgewählt werden werden. Die Dii wird im Rahmen ihrer Arbeit bis 2012 auch Szenarien für die Gestaltung der Stromnetze und dazugehörige Investitionsvorschläge vorlegen. Von besonderer Bedeutung wird dabei eine enge Kooperation zwischen Dii und MEDGRID/Transgreen sein. Dieses internationale Industriekonsortium soll im November in Paris gegründet werden und einen integrierten Masterplan für ein leistungsfähiges Stromnetz im Mittelmeer entwickeln. Über dieses Netz sollen dann im Rahmen des Mittelmeer-Solarplans (MSP) auch bis zu fünf Gigawatt von Afrika nach Europa transportiert werden können.
- Entwicklung der Strommärkte: Im Mittelpunkt der Marktanalysen steht die Frage, wie beim Strom aus der Wüste die Lücke zwischen den Kosten und den zu erwarteten Einnahmen im Zeitverlauf überbrückt werden kann. Die Analyse des Marktpotenzials ist dabei ebenso wichtig wie die Frage, wer als künftiger Abnehmer des Stroms in Frage kommt. Um Wüstenstrom mittelfristig marktfähig zu machen, müssen Stimulierungsmechanismen untersucht und verglichen werden. Hierbei wäre insbesondere ein europaweit einheitlicher Einspeisetarif für nordafrikanische Solar- und Windenergie ein wichtiges Instrument. Die in Europa erzielbaren Vergütungen etwa für Solarstrom könnten auf diese Weise auch als Finanzierungshebel für mehr Investitionen in Nordafrika wirken.
- Ökonomisches und soziales Entwicklungspotenzial für die MENA-Region: Entscheidender Erfolgsfaktor für die Umsetzung der Desertec-Vision wird auch die Analyse und Vermittlung des Nutzens sein, den die potenziellen Produzenten des Stroms aus der Wüste haben werden. Dazu müssen beispielsweise die volkswirtschaftlichen Effekte der zu erwartenden Investitionen ermittelt werden. Die lokale Wertschöpfung von Desertec muss sichtbar werden, etwa durch die Entwicklung von Industrien vor Ort, durch Schaffung von Arbeitsplätzen und durch Wissenstransfer.
- Politisch-regulatorisches Umfeld: Das politisch-regulatorische Umfeld ist ein weiterer entscheidender Faktor für die Umsetzung der Desertec-Vision. So liefert die EU-Direktive zur Förderung Erneuerbarer Energien bereits die entscheidende Grundlage für die Integration von Strom aus der Wüste. Die Direktive ermöglicht erneuerbare Stromimporte aus Nicht-EU-Staaten, welche dann innerhalb der EU verbraucht werden müssen. "Die EU-Richtlinie zur Förderung von Erneuerbaren Energien ist ein wichtiger regulatorischer Hebel, um die Vision vom Strom aus der Wüste entscheidend voran zu bringen", sagt Paul van Son, CEO der Industrieinitiative Dii.
Quelle: Pressemeldung Solar Millennium AG
Dieser Beitrag wurde bisher 110 mal gelesen.
(Rang 286 auf hedgefonds-news.de)
Weitere News
Elektromobilität weltweit im Fokus - Vierter Deutscher Elektro-Mobil-Kongress in Essen
26.04.2012 | Weltweit gewinnt das Thema Elektromobilität als das derzeit erfolgversprechendste Konzept für eine zukünftig...
weiter in Elektromobilität weltweit im Fokus ...Endlich Vollständig
16.11.2011 | Die KUKA Roboter GmbH präsentiert auf der IREX in Japan die neuen QUANTEC Palettierer
weiter in Endlich Vollständig ...Festplatten nach Hochwasser in Thailand teurer
11.11.2011 | Preise steigen in Deutschland um durchschnittlich 80 Prozent Weltweite Produktion der Speicherlaufwerke sinkt...
weiter in Festplatten nach Hochwasser in ...Hahn Rechtsanwälte bietet "Sammelklagen" bei DG-Fonds 31, 34, 35 und 36 an
20.06.2011 | Am 2. Januar 2012 verjähren sämtliche Schadensersatzansprüche im Zusammenhang mit Kapitalanlagen, die vor 2002...
weiter in Hahn Rechtsanwälte bietet ...Initiative gegen die tägliche Preistreiberei an den Tankstellen
26.05.2011 | Das Bundeskartellamt hat am Donnerstag seinen Abschlussbericht zur "Sektorenuntersuchung Kraftstoffe"...
weiter in Initiative gegen die tägliche ...Aktuelles
Volkswagen Konzern übertrifft nach neun Monaten das Ergebnis des Gesamtjahres 2010
Umsatz legt um rund 26 Prozent auf 116,3 (92,5) Milliarden...
weiter ...Weitere Themen
Wie Europas erster Notenbanker die Bürger erleichterte
Wenn heute von einem "schwerreichen" Zeitgenossen gesprochen...
weiter ...Euroverhandlungen haben Auswirkungen auf den DAX
Es ist beschlossen, Griechenland erhält einen...
weiter ...Archiv
Neuer Windpark bei Polch versorgt 6.000 Haushalte mit sauberem Strom
pfalzwind GmbH bringt fünf Windräder nach nur vier Monaten...
weiter ...Geschäftsklima in Hightech- Branche weiterhin gut
Zwei Drittel der Anbieter erwarten Umsatzplus für 2012...
weiter ...Verschiedenes
Elektromobilität weltweit im Fokus - Vierter Deutscher Elektro- Mobil- Kongress in Essen
Weltweit gewinnt das Thema Elektromobilität als das derzeit...
weiter ...
