Malerbetrieb Wirges feiert 100-jähriges Jubiläum
Am 1. April war es soweit: Das Handwerksunternehmen "Malermeister Karl Wirges GmbH" wurde 100 Jahre alt. Für Karl Josef Wirges und Sohn Peter, der seit diesem Jahr an der Spitze des Unternehmens steht, Anlass mal wieder in den historischen Aufzeichnungen des Betriebes zu blättern. In vierter Generation ist dieser inzwischen in Familienbesitz und untrennbar mit Mainz verbunden. Ob Freilegung und Sanierung im Kirschgarten, Schutzanstrich im Kernreaktorgebäude der Johannes Gutenberg-Universität, Fassadengestaltung bei Geschäftshäusern in der Innenstadt, dem Proviant-Magazin, der Gestaltung der Markthäuser am Domplatz und und und: Wirges war dabei.
Kein Wunder, ist das Unternehmen doch dafür bekannt, sowohl herkömmliche Maler- und Lackiererarbeiten als auch knifflige gestalterische Sonderaufgaben mit Bravour zu lösen. Allerdings stellen Karl Josef und Peter Wirges fest, dass infolge des breiten Materialangebots der Baumärkte und der angespannten wirtschaftlichen Situation "einfache Malerarbeiten" inzwischen immer häufiger in Heimwerkerarbeit erledigt werden, wodurch die meisterlichen Betriebe in dieser Sparte Abstriche machen müssten. Andererseits seien wiederum mehr Spezialaufträge zu erledigen, die ein hohes Fachwissen, besondere Weiterbildung (etwa im Denkmalschutz) und spezielle Techniken verlangten.
Weiterbildung, um immer am Puls der Zeit zu sein, ist für Vater und Sohn Wirges eine Selbstverständlichkeit. Doch allein damit ist es nicht getan. Vor der Weiterbildung steht die Ausbildung, und auch hier hatte das Unternehmen in seiner 100-jährigen Geschichte immer die Nase vorn. Rund 300 junge Leute gingen bei Wirges in all den Jahren in die Lehre. Aktuell zählt das Unternehmen vier Auszubildende und 26 Mitarbeiter. Zu fünf Pfennig Lohn im zweiten Lehrjahr, wie 1921, sind sie allerdings nicht mehr zu bekommen; genau so wenig wie die Mitarbeiter, die damals für einen Stundenlohn von sechzig Pfennigen arbeiteten und gemeinsam mit ihrem Chef Karl Wirges die Materialien per zweirädrigem Handkarren zu den Kunden schoben.
Die Wurzeln des Malerbetriebes liegen in der Mainzer Altstadt, wo Karl Wirges 1910 ein kleines Malergeschäft gründete, nachdem er Erfahrungen in Essen, München und als Dekorationsmaler an der Wiener Staatsoper gesammelt hatte. Sechs Jahre später erweiterte er seinen Betrieb um eine Werkstatt und ein Atelier in der Schönbornstraße - ein Beleg dafür, dass er sich auch durch die Kriegswirren nicht unterkriegen ließ. Diesen unerschütterlichem Elan hat er auch nach dem zweiten Weltkrieg mit sechs Gesellen und einem Lehrling wieder unter Beweis gestellt und zügig mit den Aufbauarbeiten begonnen. 1948 zog der Betrieb in den heutigen Firmensitz in der Mainzer Neutorstraße um. Gut zehn Jahre später, 1959, übernahm Sohn Heinrich das Geschäft. Wie sein Vater und später sein Sohn Karl Josef engagierte er sich von Anfang seiner Selbstständigkeit an, ehrenamtlich, sowohl in der Maler- und Lackiererinnung als auch im Meisterprüfungsausschuss der Handwerkskammer, deren Präsident Karl Josef Wirges heute ist. Dieser hat das Unternehmen 1979 übernommen und wie seine Vorfahren die Angebotspalette kontinuierlich erweitert, um mit den Anforderungen des Marktes Schritt halten zu können.
Genau so will es Sohn Peter handhaben. Highlight im Jubiläumsjahr ist der Umzug in das neue Firmengebäude im Hechtsheimer Gewerbegebiet. Geplant ist er für Sommer und soll mit einem großen Fest gefeiert werden. Stillstand wird es im Unternehmen auch in diesem Jahr nicht geben, denn die Herausforderungen des Marktes verlangen Flexibilität und neue Ideen. Beides hat sich auch Peter Wirges auf die Fahnen geschrieben - genau so wie es die drei Generationen davor gemacht haben.
Quelle: Pressemeldung Malermeister Karl Wirges GmbH
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