Heise "vorsichtig optimistisch" zu Griechenland
"Global erholt sich die Konjunktur nach der Krise, auch in Deutschland weisen die Konjunkturindikatoren eine deutliche Aufwärtstendenz auf", sagte Heise vor den über 100 Stiftungsvertretern. Besonders erfreulich sei, dass sich der deutsche Arbeitsmarkt robuster gezeigt habe, als erwartet: "Auch wir haben diese Entwicklung weit weniger optimistisch eingeschätzt", bemerkte Heise.
Mittelfristig sieht der Allianz Chefvolkswirt einen Trend zum schwächeren Wachstum. Zwar gäbe es Wachstumstreiber etwa durch neue Wirtschaftstrends, das Wachstum der Schwellenländer und vor allem niedrige Zinsen. Demgegenüber stünden aber ganz erhebliche Belastungen. "Private und öffentliche Schulden müssen zurückgeführt und Risiken in den Banken abgebaut werden", machte Heise deutlich. Die Regulierungsdebatte könnte die Märkte strangulieren. Mit der Frage "Ist Chinas Rohstoffhunger unstillbar?" wies Heise auch auf das Problem steigender Rohstoffpreise hin. Im Ergebnis gehe er daher von einem nur moderaten Wachstum in den nächsten Jahren aus.
Zur Lage Griechenlands äußerte sich Heise vorsichtig optimistisch; am Beispiel Irland wies er darauf hin, dass es bereits andere kleine Länder geschafft hätten, ihre Verschuldung deutlich zu reduzieren. "Die Konsolidierung muss über die Ausgabenseite erfolgen", stellte Heise fest. Auch die Ansteckungsgefahr für andere EWU-Länder hinge vom politischen Spar- und Reformwillen dieser Länder ab.
"Längerfristig wird es auch zu höheren Risikoprämien bei Ländern mit hoher Neuverschuldung außerhalb der EWU kommen", erwartet Heise mit Blick auf Großbritannien und die USA. Als Lektionen aus der Finanzkrise mahnte Heise eine Krisenvorsorge durch Ausbau des präventiven Arms des Stabilitäts- und Wachstumspakets an. In diesem Zusammenhang forderte Heise "eine neue Institution mit Durchgriffsrechten".
Steigende Zinsen am Kapitalmarkt
Am Kapitalmarkt erwartet Heise steigende Zinsen: Die Renditen deutscher Staatsanleihen seien derzeit "außergewöhnlich niedrig". Neben der wirtschaftlichen Erholung spräche dafür auch die bevorstehende Wende in der Geldpolitik. "Über kurz oder lang ist eine Abkehr von der extremen Niedrigzinspolitik zu erwarten", so Heise. Hinzu kämen der "moderate Anstieg der Inflationserwartungen" und die "Emissionsflut von Staatsanleihen". Auch an den Aktienmärkten sollte es auf mittlere Sicht "moderat aufwärts" gehen, rundete Heise seinen Ausblick ab.
Neben der Beachtung des Risikos eines Zinsanstiegs auch bei "Safe haven"-Anleihen riet Heise den Zuhörern zu einem vorsichtiges Agieren bei Anleihen mit erhöhten Risikoprämien: die "Ansteckungsgefahr sei noch nicht gebannt. In der Anlagepolitik sollte die zunehmende Bedeutung der Emerging Markets mit berücksichtigt werden; auch Rohstoffe seien wegen ihres mittelfristigen Aufwärtspotenzials eine interessante Anlageform. Seinen Vortrag beendete Heise mit dem Hinweis: "Gefragt ist ein umsichtiges Risiko- und aktives Management, gerade in Zeiten immer wieder aufkommender hoher Volatilität an den Märkten."
Diese Aussagen stehen, wie immer, unter unserem Vorbehalt bei Zukunftsaussagen, der Ihnen oben rechts zur Verfügung gestellt wird.
Quelle: Pressemeldung Allianz Pension Consult
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