Börse Hannover: Nachhaltige Publikumsfonds immer beliebter
Ende September 2008 konnten Anleger aus 254 Produkten auswählen; Ende 2005 waren es 116. Das geht aus den aktuellen Marktdaten des Sustainable Business Institute (SBI) der European Business School in Oestrich-Winkel hervor. Auch auf der Nachfrageseite gibt es einen Wachstumstrend, bestätigt Sandra Lüth, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Börsen AG, der Trägergesellschaft der Börsen Hamburg und Hannover: "Wir stellen seitens der Anleger ein gestiegenes Interesse an Nachhaltigkeitsfonds fest. Deshalb sind an der Börse Hamburg mittlerweile 46 Nachhaltigkeitsfonds zum Handel zugelassen." Steigendes Interesse bei Privatanlegern Zum 31. Dezember 2007 waren im gesamten deutschsprachigen Raum 33,2 Milliarden Euro nachhaltig investiert, 17,1 Milliarden Euro davon in Publikumsfonds. Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Studie des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Demnach waren in nachhaltigen Publikumsfonds mehr Gelder verwaltet als in Mandaten für institutionelle Investoren, die ein Volumen von 13,6 Milliarden Euro hatten. "In den nächsten Jahren werden vor allem institutionelle Investoren die maßgeblichen Treiber für nachhaltige Kapitalanlagen im deutschsprachigen Raum sein", prognostiziert Rolf D. Häßler, Director Business Development der Nachhaltigkeits- Ratingagentur oekom research. Im deutschsprachigen Raum strengere Nachhaltigkeitskriterien Auch in Europa setzen sich nachhaltige Kapitalanlagen durch. Zum 31. Dezember 2007 wurden in der Eurozone 2.665 Milliarden Euro unter Einbeziehung von Nachhaltigkeitskriterien verwaltet, so das European Social Investment Forum (EUROSIF). Spitzenreiter ist Großbritannien mit 987,7 Milliarden Euro. Da der Begriff "Nachhaltigkeit" nicht eindeutig definiert ist, fallen hierunter allerdings auch Investments, die nur einzelne Ausschlusskriterien wie beispielsweise "keine Kinderarbeit" berücksichtigen. In der Eurozone machen solche Anlagen 81 Prozent aus, während nur 19 Prozent nach strengen Nachhaltigkeitskriterien auswählen. Im deutschsprachigen Raum zählen laut der EUROSIF-Studie hingegen nur Kapitalanlagen zu nachhaltigen Investments, die ausschließlich strenge Kriterien anwenden. Strenge Kriterien beim Global Challenges Index (GCX) Solch einen strengen Ansatz verfolgt der GCX. Der Nachhaltigkeitsindex, der 2007 von der Börse Hannover in Zusammenarbeit mit oekom research entwickelt wurde, wählt 50 internationale Unternehmen in einem zweistufigen Auswahlprozess aus. Im ersten Schritt prüft oekom research im Rahmen des oekom Corporate Ratings die Einhaltung von sozialen und ökologischen Standards durch die Unternehmen. Nur diejenigen, die den strengen Anforderungen genügen und den oekom PRIME Status erreichen, kommen in die engere Auswahl (Best-in-Class-Ansatz). Prinzipiell ausgeschlossen von der Aufnahme in den Index sind Unternehmen, die gegen definierte Ausschlusskriterien verstoßen. In einem zweiten Schritt identifiziert oekom research diejenigen Unternehmen, die substanzielle Beiträge zur Bewältigung der globalen Herausforderungen leisten und sich dadurch Chancen eröffnen. "Der GCX stellt eine Innovation auf dem Finanzmarkt dar. Er ist ein Indikator für Unternehmen, die sich den Themen Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility verantwortungsvoll stellen", sagt Sandra Lüth. Nachhaltigkeit rechnet sich Zwar musste auch der GCX im Laufe der Börsenturbulenzen Einbußen hinnehmen: Er verlor in den letzten 12 Monaten rund 35 Prozent. Damit schlägt der Nachhaltigkeitsindex aber Leitindizes wie den DJ Euro Stoxx50, der um etwa 44 Prozent fiel. "Langfristig sichern sich die Unternehmen Chancen für die Zukunft, von denen auch Anleger profitieren könnten", ist sich Sandra Lüth sicher. Mit Produkten auf den GCX wie dem im Oktober 2008 aufgelegten "Superior 6 - Global Challenges"-Fonds des Bankhauses Schelhammer & Schattera können Anleger an der Entwicklung des Index partizipieren.
Quelle: Pressemeldung BÖAG BÖRSEN AG
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