Automobilzulieferer: 35 % Umsatzeinbruch und negative Umsatzrendite im ersten Halbjahr 2009

30.11.2009 | Düsseldorf
Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat bei den deutschen Automobilzulieferern in der zweiten Hälfte 2008 und der ersten Hälfte 2009 zu Umsatzrückgängen von über einem Drittel und massiven Ertragseinbrüchen geführt. Dies ist das Ergebnis einer IKB-Auswertung von Jahresabschlüssen 2008 und Zwischenergebnissen 2009 von 120 Kunden-Unternehmen aus der Automobilzulieferindustrie.

Schon 2008 stiegen die Umsätze der ausgewerteten Zulieferer wegen des Einbruchs in der zweiten Jahreshälfte nur noch um ein Prozent. Der von der Branche nicht erwartete Wachstumseinbruch führte zu einem durchschnittlichen Rückgang des Ebitda um 20 Prozent und der Vorsteuergewinne um 50 Prozent. Die Gesamtkapitalrendite der Zulieferer sank im Durchschnitt von 10,3 auf 6,6 Prozent der Bilanzsumme. Besonders deutlich war der Rückgang im Gießerei-Segment: Dort sank die Rendite auf das eingesetzte Kapital von 10,1 auf 4,3 Prozent.

Im ersten Halbjahr 2009 verschärfte sich die Krise deutlich: Die Umsätze der Zulieferer waren um 35 Prozent niedriger als im gleichen Zeitraum 2008. Die Umsatzrendite fiel im Durchschnitt um neun Prozentpunkte auf minus fünf Prozent des Umsatzes. Die Jahresabschlüsse 2009 werden deshalb so schlecht sein wie noch nie in der Geschichte der Automobilindustrie. Die große Mehrheit der Zulieferer wird am Ende des Jahres 2009 erheblich an Substanz verloren haben und auf eine deutlich geringere Eigenkapitalbasis zurückgreifen können als im Sommer 2008.

Zwar hat vor allem die Abwrackprämie seit dem Frühsommer 2008 für eine erhebliche Belebung der Nachfrage und damit auch wieder für steigende Umsätze der deutschen Hersteller und Zulieferer gesorgt. Von den Output-Niveaus, die vor der Krise erreicht wurden, sind aber alle Anbieter noch weit entfernt. Und nach dem Auslaufen der Abwrackprämien in Deutschland und zahlreichen anderen europäischen Ländern muss in 2010 vor allem im Volumensegment wieder mit einem Absatzrückgang gerechnet werden.

Mittel- bis langfristig sind die Perspektiven für die deutschen Hersteller und ihre Zulieferer positiv: Zum einen können sie davon profitieren, dass durch den Niedergang der amerikanischen Hersteller GM und Chrysler eine Lücke auf dem US-Markt entstanden ist, zu deren Schließung deutsche OEM signifikant durch Produktion vor Ort beitragen können. Und im Wachstumsmarkt China sind die deutschen OEM gut positioniert: Dieses Jahr werden erstmals mehr als 1 Mio. Fahrzeuge deutscher OEM hergestellt.

Quelle: Pressemeldung IKB Deutsche Industriebank AG

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